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24. Dezember 2012 - Kein Empfang

Wegen fehlender Internetmöglichkeiten ist die EMK-Gästetafel bis Anfang Januar nicht erreichbar.

24. Dezember 2012 - Rauhnächte

Die Zeit zwischen den Jahren war schon immer eine besondere Zeit. Das Weihnachtsfest ist eine recht junge Einrichtung und unserer christlichen Religion entsprungen. In der vorchristlichen Zeit spach man gern von Rauhnächten. Es wird erzählt, dass dies meist die 12 Nächte zwischen dem 24. Dezember und dem 6. Januar sind und dass sie dieser Zeit, so oder so, eine besondere Bedeutung geben.

Ob Mythologie oder Religion – besonders sind diese Tage des kalendarischen Jahreswechsels immer. Man kann nachlesen, dass man versuchte, möglichst nicht zu arbeiten, zu feiern, wahrzunehmen. Man zog sich zurück in die Familie und gönnte sich Gutes. Deuteln und orakeln war seit jeher angedacht und das versuchen wir auch heute noch. In jedem Fall ist es immer eine Zeit des Aufbruchs…

Turbulente Wochen habe ich hinter mir, ab heute gibt es nach langer Zeit erstmalig Ruhe. So weihnachtlich habe ich mich seit Jahren nicht gefühlt. Mobil, wie ich nach 20 autofreien Jahren plötzlich wieder bin, mache ich mich auf nach Lunow-Stolzenhagen. Bei netten Menschen habe ich in einem kleinen, alten Haus Unterkunft gefunden und freue mich auf Ruhe, Ruhe, Ruhe.

Rauhnächte werden es für mich sein, ganz sicher. Zeit, nachzudenken was war und was vielleicht werden kann. Vor genau einem Jahr war ich auch in Aufbruchstimmung. Da war die Richtung vorgegeben, ein einziges Streben hin zu einem wunderschönen Projekt, voll von Plänen und Hoffnungen. Nun bin ich enttäuscht, was durchaus auch Positives hat: Eine Täuschung ist aufgehoben, der Blick ist wieder klar. So schwierig es ist, soviel Hilfe wurde und wird mir zuteil. Ich muss Menschen vertrauen, sonst geht es nicht weiter. Und solche Menschen sind da, selbstlos und hilfsbereit – einfach so.

In schwierigen Situationen zeigt sich auch, dass man gute Freundinnen und Freunde hat. Es ist erstaunlich, wer tatsächlich Anteil nimmt und da ist. Zum einen Menschen, die mein Tagebuch regelmäßig lesen und mir schreiben, zum anderen die Menschen, mit denen man schon lange gemeinsam durchs Leben geht und dann die, die man im Grunde noch gar nicht lange kennt, die dennoch helfen und zur Seite stehen.

Menschen, die einfach nur fragen: Wie geht es dir – erzähl mal. Sie helfen konkret und lassen sich berichten, hören zu, fragen nach und geben so die Möglichkeit, alles im Kopf zurecht zu rücken und die neue Richtung zu finden. An dieser Stelle mein ganz persönlicher Dank an Barbara, Brit, Daniel, Detlef, Dorothee, Franziska, Hans, Heino, Jutta, Monique, Peter, Sabine, Sascha und Wilhelm – alles wunderbare Menschen, die mich zum Teil schon sehr lange begleiten und, wie ich jetzt merke, mich richtig gut kennen und mir eine große Stütze sind. Besonders freue ich mich auch über die Hilfe der Menschen, die mich so herzlich willkommen heißen. Ich bin mir nicht sicher, ob es Ihnen Recht ist, wenn ich sie hier mit Ihrem Namen nenne. Vielen Dank Frau B., die nicht nur nach freien Wohnungen Ausschau hält, Frau K., die streng, herzlich und zuverlässig meine Möbel und vielen Kisten aufgenommen hat und gut bewacht,  Frau W.-P., die mir Mut macht, in die Uckermark zu ziehen und vor allem: H. aus L.E. !

Noch nie war ich in einer Situation wie heute: Ich habe keine Ahnung, wo es hingehen wird. Auf jeden Fall möchte ich raus aus der Stadt, gerne Richtung Lunow. Hoffnungsvoll gehe ich ins Neue Jahr 2013

A L L E S  W I R D  G U T !!

 

 

23. Dezember 2012 - Was ist ein gutes Essen wert?

Soeben komme im vom Essen in einem griechischen Restaurant. Um es vorweg zu nehmen: Ich bin satt!

Kritisch wie ich nunmal bin entschied ich mich für eine Bohnensuppe nach griechischer Art und einen Lammfleischauflauf, mit Feta überbacken.Mit dieser Entscheidung konnte ich nicht viel falsch machen. Bevor noch mein bestelltes Wasser (3,00 €) auf dem Tisch stand, bekam ich einen Ouzo mit der Begründung: „Medizin“. Die Suppe war aus dicken weißen Bohnen hergestellt, heiß und reichlich bemessen. Der Salat zum Auflauf kam auch schon: Krautsalat aus industrieller Fertigung, 1 Olive, 2 Blatt Kopfsalat, eine dünne, halbe Scheibe Tomate, 2 Scheiben Salatgurke und Fertigdressing. Dazu ein großer Brotkorb. Die Bedienung war sehr freundlich und aufmerksam, die Stimmung im Restaurant „bombig“. Mein Auflauf wurde gebracht, wieder reichlich und sehr heiß. Fetabröckchen waren zu sehen. Woraus die dicke  gelbe Schicht über Reisnudeln und Lammfleisch sonst noch bestand, darüber möchte ich lieber nicht nachdenken. Das Lammfleisch war zwar mürbe, aber alles in allem war der Auflauf leider viel zu trocken. Da ich von der Suppe schon ziemlich satt war, ließ ich dann auch mehr als die Hälfte stehen. Meine Rechnung betrug 17,90 € – eigentlich ja nicht zuviel. Zumal jeder noch zum Abschied eine kleine Flasche lieblichen Rotwein geschenkt bekam mit der Bemerkung „Zu Weihnachten“.

Auf dem Heimweg habe ich an meine Menü’s gedacht, die meist um die 50 Euro kosteten, in den Anfangsjahren sogar inclusive Weinbegleitung. Neben selbstgebackenem Baguette und Grissini gab es handgefertigte Ravioli oder Cannelloni, Fleisch und Geflügel aus artgerechter Haltung, Fonds aus eigener Herstellung und und und. Tafelwasser war kostenlos, eine Flasche Mineralwasser kostete 2,00 €. Der Apéritif gehört auch bei mir zum Menü. Die Flasche Crémant aus dem französischen Jura kostet über 12,00 €, meine Weine waren meist für mehr als 10,00 € eingekauft. Der angebotene Digéstif danach wurde oft nur angenommen, wenn er (wie eben beim Griechen oder Italiener) umsonst war. Bei mir nicht selten ein Chartreuse Verte V.E.P. – die Flasche kostet rund 90 €. Für meine Gäste war und ist mir nichts gut genug. Da man so nicht wirklich Geld verdienen kann, suchte ich nach Möglichkeiten, mehr anzubieten und meine Produkte zusätzlich zu verkaufen. Im ersten Anlauf habe ich aufs falsche Pferd gesetzt und kann seit Monaten gar keine Menüs anbieten.

Aber darum geht es mir hier nicht. Vielmehr die Frage, was sind wir bereit, für ein gutes Essen zu bezahlen? Der Besuch eines richtig guten Restaurants ist sehr teuer und die wenigsten von uns können es sich erlauben, auch ich nicht. Aber im Verhältnis zu meinem heutigen Restaurantbesuch, ist ein feines Menü im Grunde viel mehr „wert“ als z.B. die 50 € für meine Menüs. Ich lege immer großen Wert darauf, dass ich kein Restaurant bin und im Grunde nur sehr leidenschaftlich und gern koche. Ein gutes Essen ist meiner Meinung nach eine „Kulturleistung“. Wenn ich bei Vincent Klink in Stuttgart 100 € für ein Menü gezahlt habe, so war dies im Grunde sehr, sehr preiswert – wenn man weiß, was alles dafür erforderlich ist…

Es ist eine sehr persönliche Sache, wofür man sein Geld ausgiebt. Ich arbeite weiter darauf hin, mir ab und zu einen großen, kulinarischen Abend zu leisten. Mein Essen heute war eindeutig viel zu teuer!

10. Dezember 2012 - Vorausschau

Nein, die EMK-Gästetafel hat noch kein neues Zuhause. Die Suche läuft auf Hochtouren. Aber hier gibt’s was zu sehen:

Backen für die Vorweihnachtszeit in der ZDF-Drehscheibe

Einfach auf die orangefarbene Zeile klicken und dann auf den Reiter „Orangenkuchen mit Himbeersauce)

Sendetermin ist der 21. Dezember 2012 – viel Spaß!

3. Dezember 2012 - Adventszeit

„Nach vorn schauen“ – das ist der Satz, den ich in diesen Tagen am häufigsten denke und sage. Sich auf den Weg machen, nicht verzagen und neue Möglichkeiten erkunden. Alles, was einem im Leben geschieht, ist für irgendetwas gut!

Einer Freundin berichtete ich von meinen Aktivitäten und mir fiel auf, dass ich dabei erzähle, wie von einem Adventskalender: Es gibt mehrere Türen, an die  ich klopfe. Einige werden vorsichtig geöffnet, aber ich kann noch nicht erkennen, was sich dahinter verbirgt. Ein schönes Bild, vor allem voller Hoffnung!

2. Dezember 2012 - Weichenstellung

Nach vielen Gesprächen und Überlegungen ist es entschieden: Die EMK-Gästetafel und das Gästehaus Oderberg trennen sich – SCHADE, es war/ ist ein sehr schönes Projekt!

Im August 2011 suchte ich nach geeigneten Räumen für meine Gästetafel in Berlin. Dabei überlegte ich vorsichtig, vielleicht sogar damit aufs Land zu ziehen. Über eine Anzeige erfuhr ich von der Idee in Oderberg und im September waren wir uns einig: Gemeinsam bauen wir es auf.

Seit mehr als einem Jahr habe ich dafür und darauf hingearbeitet, mein Wissen, Können, meine finanziellen Möglichkeiten und meinen in vielen Jahren erarbeiteten, guten Namen eingebracht. Selbstverständlich war auch mein Marketing auf das Gästehaus Oderberg ausgerichtet: was für die Gästetafel gut war, war auch für das Gästehaus gut!

Insbesondere die schöne chrismon-Reportage (Referenzen/ Presseberichte) im Juli 2012 brachte viel positive Rückmeldung. Weitere Medien zeigten Interesse.

Bereits im Frühjahr 2012 sollte es an den Start gehen.  Später hoffte ich darauf, nach meinem Umzug Ende Oktober die vielen Anfragen für die Weihnachtszeit anzunehmen. Die Zeit war gerade noch recht, um Christstollen für die Vorweihnachtszeit zu backen. Über inzwischen entstandene Kontakte konnte ich „Auerochsenfleisch“ aus dem Unteren Odertal beziehen. Damit wollte ich zur ersten Gästetafel in Oderberg einladen  und vieles mehr…

Da meine Berliner Wohnung gekündigt ist, kann ich auch hier keine Tafeltermine mehr anbieten. Schön, dass treue Gäste und Auftraggeber mich dennoch für Ihre Küche gebucht haben!

Wie es weiter geht, berichte ich von Zeit zu Zeit hier und informiere  über meinen Verteiler.

Ausgestellte Gutscheine bleiben gültig, auf Wunsch werden diese selbstverständlich zurückgenommen und erstattet.

Gerne koche ich für Sie in Ihrer Küche, dann können die Gutscheine auch verrechnet werden.

Alles wird gut!

23. November 2012 - Stop and go

In Oderberg geht es schleppend voran. Die neue Wohnung wird „vielleicht“ zum Ende des Monats fertig. Mehr leider nicht. Seit meiner Entscheidung für das Projekt im September 2011 geht es in winzigen Schritten „stop and go“. Erst durch behördliche Notwendigkeiten, nun durch bauliche. Für die EMK-Gästetafel wird es existenziell. Viele Anfragen nach Weihnachtsessen mussten abgesagt werden. Es ist nicht abzusehen, wann in Oderberg die neue Küche fertig sein wird. Betriebswirtschaftlich ist es eine Katastrophe. Heute fahre ich wieder raus um zu entscheiden: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende…

29. Oktober 2012 - Unverhofft kommt oft

Wer umzieht, weiß ein Lied zu singen von all den vielen Kleinigkeiten die als Stolpersteine im Weg liegen. Bis vor 10 Tagen habe ich mich immer noch gefragt: Ob die neue Wohnung wohl fertig wird?

Wie berechtigt die Annahme war, zeigte sich am Wochenende. Ein Altbau ist voller Überraschungen und nun heißt es: Einzug vorerst nicht möglich! Was nun? Der erste Schreck ist verklungen und es gilt, vieles zu organisieren. Die Möbel müssen eingelagert und eine vorläufige Bleibe gefunden werden.

Mit anderen Worten: Die EMK-Gästetafel ist vorübergehend nicht erreichbar…

Alles wird gut!!

27. Oktober 2012 - Nüsse

Nun beginnt die Zeit der frischen Nüsse und Kastanien. Im Grunde benutze ich sie das ganze Jahr über und mag sie sehr. Aber wenn man jetzt eine Walnuss öffnet oder eine Haselnuss, dann ist der Unterschied zu den gekauften Nusskernen in Tüten geradezu überwältigend.

Verlockend ist die Vorstellung eines Feld-Wald-und Wiesensalats: letzte Wildkräuter, erster Feldsalat, dazu karamellisierte Nüsse und Esskastanien, noch einige Waldpilze, leicht geschmorte Weintrauben – göttlich!

Erstmal heißt es weiter: Umzugskisten packen…

21. Oktober 2012 - Noch neun mal schlafen…

Bald ist es soweit, der Umzug nach Oderberg findet statt. Hier stehen gut 100 Kisten, die gepackt sein wollen. Dazwischen müssen aber noch unbedingt die Quitten aus Mecklenburg-Vorpommern verarbeitet werden…

Die Internetseite wird überarbeitet, Visitenkarten neu gedruckt, ein Auto muss gekauft und der Tiefkühler leer gefuttert werden, und vieles mehr, was keiner hier wirklich lesen möchte.

Die erste Gästetafel blitzt im Kopf aber auch schon auf. Da es mit den Gästezimmern und der offiziellen Küche noch etwas dauert, kann es nur wieder die private Tafel sein. Wenn alles klappt, wird es ein Menü mit Fleisch von Auerochsen aus Lunow geben …