8 Gäste hatten sich für Samstag zur Gästetafel mit Winteredeltrüffel angemeldet. Und ich hatte eine Hilfe in der Küche: Mein Bruder kam aus Brüssel angereist um zu sehen und zu helfen. Seine Hilfe war wunderbar. Das Menü stand seit Donnerstag fest: Menükarte Winteredeltrüffel vom 28.Januar 2017 . Wir beide stritten bis zum Schluss, ob die leuchtend-gelbe Fruchtsauce noch mit Himbeermark gekrönt werden sollte oder nicht – ein herrlicher Streit.

Die Vorbereitungen meiner Gästetafel erinnern mich oft an eine Theaterinszenierung. Erst eine lange Planungsphase mit der Suche nach dem Stück, Regie und Bühnenbild. Dann kommen die Proben und in der Woche vor der Premiere läuft dann alles zusammen. Hebt sich der Vorhang, gibt es kein Zurück.

So auch für meine Gästetafel. Die Jahreszeit gibt die allgemeine Richtung vor. Regie führe ich. Das Bühnenbild greift auf Bewährtes zurück. Der Inhalt richtet sich nach dem Marktangebot. Und wenn die Gäste vor der Tür stehen, gibt es kein Zurück…

Diesmal kamen 2 Gäste (inzwischen Stammgäste) aus Angermünde und 6 noch unbekannte Gäste aus Berlin. Und es gab eine Wunschzeit für die Rückreise nach Berlin. Der Fahrdienst war für 22:30 Uhr bestellt.

Nun, ich hatte ja eine Hilfe und wir begannen pünktlich. Dank umfangreicher Vorbereitungen und inzwischen jahrelanger Erfahrung lief es reibungslos in der Küche. Fröhliche und genussvolle Gäste machten die Arbeit erneut zu einem großen Vergnügen. Beim getrüffelten „Ei im Glas“ war es ganz still am Tisch. Und der Hauptgang wurde von „Ah und Oh“ begleitet: Glück pur auch in der Küche.

Zum Hauptgang dann: Hähnchenbrust. Hauchdünne Trüffelscheiben wurden großzügig unter die Haut geschoben und die Brüste in ein Schweinenetz gehüllt, damit nichts rausfällt. Kurz angebraten und dann im Backofen fertig gegart. Das ging nur, weil ich eine Hilfe hatte. Die Ravioli, gefüllt mit Geflügelfarce und gehackten Trüffeln wurden bereits am Tag zuvor hergestellt. Etwas Lauchgemüse, eine aromatische Trüffeljus und Schnittlauchöl kamen hinzu. Ohne meinen Bruder hätte ich so einen Gang nicht planen können.

Gut 20 Minuten vor der verabredeten Zeit war der Fahrdienst da. So konnte er noch ein Dessert und einen Café vor der Rückfahrt nach Berlin genießen. Die Gäste verließen gut gelaunt das Haus, nicht ohne über den prächtigen Sternenhimmel zu staunen. Es gab sogar noch eine leuchtende Sternschnuppe – die haben leider nicht alle gesehen. Aber sie war da und bringt ganz sicher Glück.

Für alle ein rundum gelungener Abend – ein herzlicher Dank meinen wunderbaren Gästen!

11. Dezember 2017