Elke Maria Koßmann’s Tagebuch – Gedanken zu einfach gutem Essen

Zeit für Oxford-Marmelade

Bittersüß wie das Leben: Oxford-Marmelade. Sie wird aus Bitterorangen hergestellt, der Urform unserer süßen Apfelsinen. Man nennt sie auch Pomeranzen. Wie der Name es sagt, sind sie sehr bitter und eignen sich nicht zum Rohessen. Und sie haben viele, viele Kerne!
Für meine Oxford-Marmelade werden sie ausschließlich von Hand geschnitten. Alle Kerne werden entfernt und gesammelt. Dann werden die Früchte samt Fruchtfleisch in kleine, feine Streifen geschnitten. Alles kommt in Schüssel und wird mit kochendem Wasser übergossen.

Oxford-Marmelade – Herstellung

Am nächsten Tag hat sich um die Kerne herum viel helles Gelee gebildet, das Pektin. Es wird abgewaschen und gemeinsam mit dem Fruchtfleisch aufgekocht. Ziemlich lang. So lang, bis die Schalen weich sind und die Farbe angenommen haben, die ich mir wünsche. Erst dann kommt der Zucker hinzu. Viel Zucker…

Geschafft!

Das war die längste Nacht des Jahres – jetzt wird jeder Tag wieder ein wenig länger!!!

…sieh, das Gute liegt so nah!

Wer kennt ihn nicht, diesen Seufzer. Nachdem ich das ganze Jahr über nicht mit meiner veränderten Seite klar kam, wagte ich einen neuen Anlauf. Es hat sich gelohnt. Vorher fuhr ich stets nach Berlin, denn dort gibt es ja bekanntlich alles und besser. Jetzt habe ich jemanden in nächster Nähe gefunden. Es klappte auf Anhieb. Keine Verständigungsprobleme und große ästhetische Übereinstimmung. Das Design ist immer noch von Franziska Thieskes, aber wir haben es neu aufgeteilt. Ein kommerzielles theme bringt höchste Erleichterung in der Anwendung, und es ist gar nicht so teuer. Auch die Angst vor den Newslettern ist mit einem kommerziellen Anbieter behoben – es kann also wieder losgehen.

Noch aber bin ich in der Nachbearbeitung meiner 3 Basare, bei denen ich in diesem Jahr meine Produkte verkaufen konnte. Alles ist weg!

12 große Stollen à ca 1 kg und 24 kleine, ca 500 Gramm , An die 150 Gläser meiner Lieblings- Konfitüren, viele Gläser Rillettes und mehr. Und es gibt Nachbestellungen. Z.B. Lime-Curd:

Vorher – Mis en place für 4 Gläser Lime-Curd

Nachher 3 1/2 Gläser à 190 ml Inhalt

Lime-Curds aus 20 Bio-Limetten, 400 Gr. Bio-Süßrahmbutter, 800 Gr. Zucker und 12 Demeter-Eiern. Zusätzlich Salzzitronen .

Die Schalen abreiben, Limetten auspressen. Das ist gar nicht so einfach. Limetten lassen sich nicht wie Zitronen auspressen. Sie wollen erst einmal gerollt und dann in mind. 4 Segmente geschnitten werden. Nun ein Jedes einzeln ausdrücken. Auch wenn die Hände und Gelenke noch gut funktionieren, das spürt man hinterher!

Schale, Saft, Zucker und Butter werden im Wasserbad gerührt, bis alles geschmolzen ist. Hinzu kommen die Eier und jetzt fein aufgepasst, dass nichts gerinnt. Bei ca 72 Grad stockt die Masse zu einer Creme. Diese wird durchgesiebt, in sterile Gläser gegossen und verschlossen. Dann noch alles in leicht siedendem Wasser mindestens 15 Minuten kochen lassen – fertig ist das sündhaft leckere Lime-Curd.